29.11.2021

Im November 2021 gab es zwei Zusammenkünfte der neuen Kreisfachberatung mit Fachberaterinnen und Fachberatern.
Erste Erkenntnisse und Ideen aus diesen Treffen sind hier festgehalten.

Netzwerk

Es gibt kein funktionierendes Netzwerk der Fachberaterinnen und Fachberater im Kreis Pinneberg. Es wäre sehr sinnvoll, wenn die Kreisfachberatung Kenntnis von diesen Personen hätte, am besten mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Derzeit wissen wir noch nicht einmal, ob alle Anlagen im Kreis eine Fachberaterin oder einen Fachberater haben, was eigentlich die Regel sein sollte.

Wir werden uns bemühen, nach und nach ein Netzwerk zu schaffen und hoffen auf die Unterstützung der Vorstände in den einzelnen Vereinen. Die könnten auch davon profitieren, wenn sie wissen, wer bei ihnen die Fachberaterausbildung gemacht hat und wann Auffrischungsschulungen notwendig oder sinnvoll sind.

Die Fachberatung in den Satzungen

Die Satzungen der einzelnen Vereine im Kreisverband sind, was die Fachberatung angeht, teilweise wohl sehr unterschiedlich. Es gibt eine Mustersatzung des Landesverbandes, an der man sich orientieren kann. Je nach Größe des Vereins muss diese an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Wir werden darauf hinarbeiten, dass alle Vereine eine für sie passende Satzung bekommen, die die Arbeit der jeweiligen Fachberatung effektiver macht und möglicherweise erleichtert.

Aufgaben der Fachberatung

Die Aufgaben der Fachberatung in einer Anlage sind nicht einheitlich geregelt, sie können sich je nach Größe und Gestaltung der Anlage auch voneinander unterscheiden.

Hier eine Zusammenstellung von Vorschlägen. Am Ende muss jeder Verein für sich bzw. für jede Anlage Entscheidungen treffen, die den Gegebenheiten vor Ort angepasst sind und die vor allem auch von den jeweiligen Fachberaterinnen und Fachberatern zu leisten sind.

  • Mit der Ausbildung zur Fachberaterin oder zum Fachberater erklärt man sich auch bereit, einige Pflichten zu erfüllen.
  • Bei Gartenbegehungen dabei zu sein macht Sinn, weil man dadurch auch mit den Pächterinnen und Pächtern in Kontakt kommt und ihnen Hilfe anbieten kann.
  • Das Gleiche gilt für die Gartenübergabe an neue Pächterinnen und Pächter. Es ist sinnvoll den Neuen gleich am Anfang heiße Tipps zu geben, ohne sie in irgendeine Richtung zu drängen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Kleingarten zu beackern, wobei die kleingärtnerische Nutzung natürlich im Vordergrund stehen muss.
  • Fachberaterinnen und Fachberater bieten selbst Schulungen in ihrer Anlage an und holen sich dabei die Unterstützung der Kreisfachberatung.
  • Fachberaterinnen und Fachberater frischen ihre Kenntnisse immer wieder bei Schulungen und Vorträgen z. B. des Landesverbandes auf.
  • Fachberaterinnen und Fachberater sind nicht die „Polizei“ in der Anlage. Sie können aber natürlich Pächterinnen und Pächter auf vermeintliche Missstände in ihrer Parzelle hinweisen und ihre Hilfe anbieten. Die Fachberatung informiert gegebenenfalls die Gartenleitung und den Vorstand und unterstützt sie auf diese Weise.
  • Vorstand, Gartenleitung und Fachberatung entwickeln gemeinsam Ziele und ein Konzept für ihre Anlage.

Unsere nächsten Ziele
Was wir uns als Kreisfachberatung, inspiriert durch die bisherigen Treffen, für die nächste Zeit vorgenommen haben:

  • Wir werden den Fachberatungs-Teil der Homepage unseres Kreisverbandes mit Leben füllen, damit es sich lohnt, öfter mal einen Blick zu riskieren. Drei Rubriken sind schon mal geplant:
    • Tipps und Tricks
    • Veranstaltungshinweise
    • Literatur
  • Wir werden dafür werben, dass alle Fachberaterinnen und Fachberater im Kreis die Zeitschrift „Der Fachberater“ erhalten.
  • Wir werden mindestens zweimal im Jahr zu einem Treffen mit allen interessierten Fachberaterinnen und Fachberater einladen. Auch Gartenfreundinnen und Gartenfreunde sind willkommen, die sich vorstellen können, selbst Fachberater oder Fachberaterin zu werden.
  • Wir werden positive Erfahrungen einzelner Fachberatungen aus den Anlagen für alle verfügbar machen.
  • Die Treffen sollen idealerweise in drei Phasen ablaufen.
    • Ein praktischer Teil in der Anlage, in der das Treffen stattfindet. Dieser Teil kann entweder auf das vorher festgelegte Thema bezogen sein oder es wird einfach der Zustand der Anlage oder einzelner Gärten begutachtet und überlegt, welche Tipps man an der einen oder anderen Stelle geben kann.
    • Ein theoretischer Teil in einem Gemeinschaftshaus. Das Thema sollte vorher festgelegt sein, und idealerweise sollte ein Experte oder eine Expertin anwesend sein (Auffrischung der Fachberaterausbildung). Es wird angestrebt, dass man auch per Video zum Treffen zugeschaltet werden kann.
    • Ein allgemeiner Teil mit dem Punkt „Verschiedenes“, bei dem u. a. Wünsche für das Thema des nächsten Treffens geäußert werden können.
  • Für das erste Treffen wurde das Thema „Kompostieren“ vorgeschlagen. Folgende Überlegungen schon mal vorweg:
    • Wahrscheinlich steht in allen Satzungen der Vereine im Kreis Ähnliches wie das, was in der Pinneberger zu finden ist: „Pflanzliche Abfälle sind zu kompostieren und als organische Substanz dem Boden wieder zuzuführen“. Es gibt aber nicht wenige Gartenfreundinnen und Gartenfreunde, die immer wieder säckeweise kompostierbares Material aus dem Garten schaffen und bestenfalls in der Bio-Tonne zu Hause entsorgen.
    • Kompostieren ist ein wesentlicher Beitrag der Kleingärten zum Klimaschutz. Richtiges Kompostieren holt CO2 aus der Atmosphäre und bindet es langfristig im Boden.
    • Richtiges Kompostieren verbessert die Bodenqualität und führt zu gutem Ernteertrag.

Diese erste Veranstaltung nach der Wahl der neuen Kreisfachberatung soll im Hasenmoor in Pinneberg stattfinden. Georg Henkel (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein) wird als ein möglicher Referent angesprochen.

Schlussbemerkung

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Bemerkungen zu unserer Motivation für den neuen Job:

Die Auflage der kleingärtnerischen Nutzung wird oft als ungeliebte Pflicht angesehen, der manche nur zähneknirschend nachkommen. Wir beide möchten etwas von unserer Begeisterung für den Anbau von Obst und Gemüse und die insektenfreundliche Gestaltung des Gartens weitergeben.

Der Klimakrise und dem Artenschwund muss in allen Bereichen entgegengetreten werden. Kleingartenanlagen können einen wesentlichen Beitrag leisten und verringern dadurch auch die Gefahr, dass sie zugunsten von Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung verschwinden.

 

Christa Baermann und Manfred Stache